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SM Nachwuchs Thun & Basel 2026

vor 13 Stunden
6 Min. Lesezeit

06./07.09.26, Thun, Stadion Lachen, Schweizer Meisterschaften U16/18

Traditionsgemäss wurden am ersten September Wochenende die Schweizer Meisterschaften der Nachwuchskategorien ausgetragen, U16/U18 in Thun, U20/U23 in Basel. Von der LGKE waren leider nur fünf Athlet*innen am Start, denn mit Anna Huber, Alina Joho, Ella Brüschweiler, Saskia Metzenthin und Banu Olbrich mussten aus Verletzungsgründen ebenso viele auf eine SM Teilnahme verzichten. 

 

Ins Berner Oberland fuhren die beiden U18 Athlet*innen Laeticia Yapi (Hoch, 100m Hürden) und Tim Bebi (400m Hürden), der bereits am Samstagmorgen um 09:55 seinen Vorlauf zu bestreiten hatte. Doch die ungewohnt frühe Startzeit schien Tim nichts auszumachen. In ausgezeichneten 56.76s gewann er den ersten Vorlauf, verpasste seine Bestzeit nur gerade um 4/100 Sekunden und qualifizierte sich für den Final. Eine starke Leistung, auch wenn man bedenkt, dass dies erst Tims zweiter 400m Hürdenlauf seiner noch jungen Karriere war. Doch es fehlte nicht viel und er hätte am Sonntag gar nicht mehr anreisen müssen. Klar in Führung liegend, trat Tim mit dem Vorschwungbein in die letzte Hürde und konnte nur mit viel Können und etwas Glück einen Sturz vermeiden ... Somit startete er mit der zweitbesten Vorlaufzeit am späten Sonntagnachmittag mit berechtigten Medaillenhoffnungen in den Finallauf. Erneut gelang Tim in 57.19s ein sauberer Lauf, aber seine Konkurrenten vermochten sich zu steigern und verwiesen ihn auf den undankbaren vierten Platz. Für eine Medaille hätte es allerdings eine neue Bestleistung gebraucht. Auch wenn ein vierter Rang an einer Schweizer Meisterschaft im ersten Moment wohl immer eine Enttäuschung ist, darf Tim mit seinem überzeugenden Auftritt in Thun sehr zufrieden sein.

Am Samstagnachmittag traten die 14 besten Hochspringerinnen der Kategorie U18 zu ihrem SM   Wettkampf an. Darunter auch Laeticia Yapi, die mit einer Bestleistung von 1.60m zu Buche stand. Auf der Anfangshöhe von 1.50m bekundeten einige Athletinnen bereits Mühe, doch alle blieben im Wettkampf. Laeticia übersprang diese Höhe gleich im ersten Versuch und schaffte auch die folgenden 1.55m auf Anhieb. Das brachte sie schon mal in eine gute Ausgangslage, bevor die Latte auf 1.60m gelegt wurde. Von den elf im Wettkampf verbliebenen Springerinnen vermochten nur noch fünf diese Höhe zu meistern. Leider gehörte Laeticia nicht dazu. Da sie aber als Einzige keinen Fehlversuch auf den unteren Höhen zu verzeichnen hatte, platzierte sie sich auf dem guten sechsten Rang.

Am Sonntagmorgen startete Laeticia, die bisher mit 15.75s ein einziges Mal unter der 16 Sekunden Marke geblieben war, in der ersten von zehn (!) Serien über 100m Hürden. Bei Windstille lief sie ein tolles Rennen und kam als Vierte in 15.43s ins Ziel. Damit verpasste sie zwar die Halbfinalqualifikation, durfte sich aber über eine neue persönliche Bestzeit freuen.


 


06./07.09.26, Basel, Schützenmatte, Schweizer Meisterschaften U20/23

Nachdem Isabelle Adel (U23) in der ersten Saisonhälfte mit guten Sprint- und Hürdenzeiten hatte überzeugen können, wurde sie in den Monaten Juli und August immer wieder durch kleinere Verletzungen (Rücken- und Fussbeschwerden) zurückgeworfen. Zwar war ein Training fast immer möglich, aber auf wettkampfnahe Belastungen musste sie weitgehend verzichten und auch die eine oder andere Startgelegenheit konnte nicht wahrgenommen werden. Deshalb war die Unsicherheit über Isabelles Formstand vor diesen Meisterschaften ziemlich gross ...

Am Samstag traten die 25 gemeldeten Sprinterinnen in vier Serien zum 100m Lauf an. Bei optimalen Sprintbedingungen, sommerlich warm und 1.7 m/s Rückenwind, lief Isabelle in der dritten Serie auf Bahn drei. Nach eher verhaltenem Start drehte sie nach 20 Metern mächtig auf, setzte sich an die dritte Stelle und verteidigte diese Position bis ins Ziel. Damit hatte sie die direkte Halbfinalqualifikation souverän geschafft. Im ersten von zwei Halbfinalläufen blies den Athletinnen ein Gegenwind von 0.8 m/s entgegen. Isabelle kam zwar besser aus dem Startblock, vermochte aber auf den zweiten 50 Metern nicht mehr zuzusetzen, lief als Fünfte in 12.73s ins Ziel und belegte damit den 12. Rang. Für einen Platz im Final der besten Acht wären 12.34s nötig gewesen, eine Zeit, die Isabelle mit einer optimaleren Vorbereitung bestimmt unterboten hätte.

Am Sonntagmorgen, kurz vor elf Uhr, stand der 200m Lauf auf dem Programm. Die 21 Teilnehmerinnen waren in drei Halbfinals eingeteilt worden und die schnellsten Acht qualifizierten sich für den Final. Während die ersten beiden Halbfinals bei optimalen Rückenwind (+1.8 und +1.6 m/s) ausgetragen wurden, herrschte beim dritten Lauf, in welchem Isabelle auf Bahn sieben startete, Windstille. Wie bereits am Tag zuvor lief sie kein schlechtes Rennen, aber es fehlte verständlicherweise an Spritzigkeit und Speed. Isabelle kam als dritte ins Ziel, verpasste ihre 200m Bestleistung zwar um fast eine Sekunde, aber für die Finalqualifikation fehlten nur winzige 5/100 Sekunden. Hätte sie im ersten oder zweiten Halbfinal mit etwas Rückenwind laufen können, wäre Isabelle wohl ein Platz im Final sicher gewesen.


Auch Jaël Sigrist hatte nach einem gelungenen Saisonstart immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, konnte nicht regelmässig trainieren und nur wenige Wettkämpfe bestreiten. So reiste auch sie mit einer gewissen Unsicherheit nach Basel, wo sie Ende Mai ihre starke 400m Bestzeit von 60.17s gelaufen war. Was war von ihrer guten Frühjahrsform übrig geblieben?

Die 24 Athletinnen, die bei den U20 über 400m antraten, wurden in drei Halbfinals eingeteilt. Jeweils die beiden Erstplatzierten sowie die zwei Zeitschnellsten aus allen drei Laufen würden den Final bestreiten. Jaël startete gleich in der ersten Serie auf Bahn fünf und ging das Rennen eher vorsichtig an. Als die Läuferin neben ihr, auf Bahn vier laufend, nach 80 Metern an Jaël vorbeizog, steigerte sie das Tempo und lief eine tolle Gegengerade. 150 Meter vor dem Ziel wurden die Beine schwer, aber Jaël kämpfte und bog an dritter Stelle auf die Zielgerade ein. Doch nun zeigte sich das fehlende Stehvermögen. Jaëls Schritte wurden kürzer, ihr Tempo brach ein und kurz vor dem Ziel musste sie sich noch von zwei Konkurrentinnen überholen lassen. Obwohl Jaël in 63.20s alles gegeben hatte, büsste sie auf ihre Bestleistung gut drei Sekunden ein. Nun hiess es, sich möglichst schnell und gut zu erholen, um für den Hochsprungwettkampf vom Sonntag bereit zu sein.

Nach einer erfolgreichen Hallensaison 2026, wo Jaël mit 1.65m eine neue p.B. gesprungen war, hatte sie nach zwei Wettkämpfen anfangs Mai wegen einer schmerzhaften Knochenhautentzündung ihre Hochsprungkarriere auf Eis legen müssen. Auch im Training war an Hochsprung nicht zu denken, sodass als SM Vorbereitung das Videostudium ihrer erfolgreichen Sprünge genügen musste. Und einmal mehr bewies Jaël, welch ausserordentliche Wettkampfathletin sie ist. Ohne seit dem 14. Mai einen einzigen Sprung absolviert zu haben, hinterliess die Erlenbacherin schon beim Einspringen einen sehr guten Eindruck. Dies gab Selbstvertrauen und nahm auch ein bisschen Nervosität, welche sich vor dem Einlaufen bemerkbar gemacht hatte. Doch Jaël stieg so sicher in den Wettkampf ein, wie sie beim Einspringen aufgehört hatte. 1.50m und 1.55m übersprang sie souverän im ersten Versuch. Der erste Sprung auf 1.60m misslang, der zweite sah wirklich gut aus, doch die Latte fiel, obwohl sie kaum touchiert worden war. Das war ärgerlich, machte aber auch Mut und zudem wollte Jaël noch nicht nach Hause gehen. Und tatsächlich, wie schon so oft überquerte sie die 1.60m im dritten Anlauf! Die Latte zitterte zwar leicht, blieb jedoch liegen. Nun wurde die nächste Höhe, 1.65m, eingestellt. So hoch war Jaël erst einmal in der Halle, aber noch nie im Freien gesprungen. 1. Versuch, Jaël konzentrierte sich, lief entschlossen an, sprang explosiv ab und ... die Latte blieb liegen. Unglaublich! 1.65m! Im ersten Versuch! Persönliche Bestleistung! Und plötzlich lag die LGKE-lerin auf dem Bronzeplatz, zusammen mit einer Springerin des LC Zürich. Die 1.68m waren dann aber leider für beide zu hoch und weil drei andere Athletinnen diese Höhe noch überquerten, reichte es «nur» zum vierten Platz. Aber auch Jaël darf mit ihrer super Vorstellung mehr als zufrieden sein.



Als letzter LGKE Athlet stand an diesem SM Wochenende Nicolas Bebi im Einsatz. Der Zehnkämpfer hatte bisher eine ausgezeichnete Saison abgeliefert und sich nach der Mehrkampf SM von Ende Juni auf die 400m und 400m Hürden konzentriert. Doch leider blieb auch er nicht von Verletzungen verschont. Zehn Tage vor der Schweizer Meisterschaft stürzte Nicolas beim Hürdentraining und zog sich eine Verletzung am Handgelenk/Unterarm zu. Zwar verspürte er keine starken Schmerzen und konnte mit einer Schiene trainieren, aber ganz frei im Kopf war er mit diesem Handicap bestimmt nicht. Auf die 110m Hürden und den Weitsprung, die er eigentlich gerne auch noch bestritten hätte, verzichtete Nicolas deshalb und beschränkte sich auf die 400m Hürden. Da für diese Disziplin nur sechs Athleten gemeldet waren, fielen die Vorläufe aus. Also wurde am Sonntagabend um 17:00 Uhr direkt zum Final gestartet. Nicolas lief auf Bahn drei, erwischte nach eigenen Aussagen die erste Hürde nicht optimal und lief aber dennoch bis zur siebten Hürde im 15er Rhythmus durch. Für die letzten drei Hindernisse wären eigentlich 16 Schritte zwischen den Hürden vorgesehen gewesen, aber Nicolas kam nicht ganz an das letzte Hindernis heran und getraute sich nicht, den 16er durchzuziehen. So musste er die Schritte vor der 10. Hürde leicht verkürzen, etwas Tempo herausnehmen und einen zusätzlichen Schritt einbauen. Dadurch verlor Nicolas aber viel Schwung für die letzten 40 Meter und kam in einer Zeit von 56.67s ins Ziel. Damit blieb er eine knappe Sekunde über seiner Bestzeit und belegte den fünften Rang. Für eine Medaille hätte er seine p.B. um über eine Sekunde verbessern müssen, was wohl auch mit einem perfekten Lauf schwierig zu erreichen gewesen wäre. Trotzdem ist ein fünfter Rang an einer Schweizer Meisterschaft ein ausgezeichnetes Ergebnis, auf das Nicolas stolz sein darf.


 
 
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