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SM Aktive Zürich 2026

  • vor 10 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

25./26.07.26, Zürich, Letzigrund, Schweizer Meisterschaften der Aktiven

 

Eine Premiere, ein Doppelstart und ein Abschied

Bei den Schweizer Meisterschaften der Aktiven im Zürcher Letzigrund waren mit Nicolas Bebi, Isabelle Adel und Marina Müller drei LGKE Athlet*innen am Start.

 

Premiere für Nicolas Bebi

Zehnkämpfer Nicolas Bebi absolvierte am 6. Juni 2026 seinen ersten, noch etwas «holprigen» 400m Hürden Lauf in 60 Sekunden. Aber bereits eine Woche später unterbot er in starken 56.75s die Limite für die Schweizer Meisterschaften der Aktiven. Danach erhielt der U20 Athlet einen Startplatz im Vorprogramm des internationalen Meetings «Spitzenleichtathletik in Luzern», wo er sich eine Woche vor der SM nochmals um eine halbe Sekunde verbesserte und 56.25s lief. Nicolas war bereit!


Im Zürcher Letzigrund startete Nicolas zum ersten Mal bei einer Schweizer Meisterschaft der Aktiven: Samstag, 17:30 Uhr, erster Vorlauf, ganz aussen auf Bahn acht. Nicolas kam gut aus dem Startblock, überquerte die erste Hürde ohne Probleme, lief bis zur siebten Hürde sauber mit 15 Schritten zwischen den Hindernissen durch und wechselte für die letzten drei auf den 16er Rhythmus. Bei der zehnten Hürde noch an letzter Stelle liegend, spielte Nicolas auf den letzten 40 Metern seine läuferische Stärke aus, überholte den auf Bahn drei laufenden Athleten und kam als fünfter seines Vorlaufs in 55.80s ins Ziel. Was für eine super Vorstellung! Ein sauberer Lauf, persönliche Bestleistung, bei seiner ersten Aktiv SM die 56 Sekunden geknackt und den 18. Rang erkämpft.


 

Doppelstart für Isabelle Adel

Einen Monat vor den Schweizer Meisterschaften hatte Isabelle beim Abendmeeting in Zug ihre ausgezeichnete Form unter Beweis gestellt. Über 100m und 200m war sie mit 11.96s bzw. 24.50s zwei ausgezeichnete Bestzeiten gelaufen, die jedoch wegen zu starkem Rückenwind (2.3 m/s) keine Aufnahme in den Bestenlisten fanden.


Leider verlief danach die Vorbereitung auf die SM alles andere als optimal. Zwei Wochen vor den Titelkämpfen traten dieselben Rückenschmerzen wieder auf, die sie im Winter dazu bewogen hatten, den Siebenkampf aufzugeben. So konnte Isabelle in Tagen vor der SM kaum trainieren, wollte aber dennoch an den Start gehen.

Am Samstag stand der 100m Lauf auf dem Programm, für welchen 54 Sprinterinnen gemeldet waren. Im fünften Vorlauf auf Bahn acht eingeteilt, erwischte Isabelle, nach einem ersten abgebrochenen Versuch, beim zweiten Mal einen schlechten Start und lag von Beginn an im Rückstand. Isabelle versuchte danach alles, um Boden gut zu machen, aber es fehlte ihr  verständlicherweise an Spritzigkeit und Speed. Die 12.37s, gelaufen bei einem leichtem Rückenwind von 0.4 m/s, sind unter diesen Umständen gar keine schlechte Zeit, aber es ist natürlich sehr schade, dass sie nicht in Topform antreten konnte.

Und ganz ähnlich lief es auch beim 200m Lauf, zu dem am Sonntag um 11:40 Uhr gestartet wurde. In der zweiten von drei Serien, wieder auf Bahn acht startend, lief Isabelle eher verhalten aus dem Startblock. Eingangs der Zielgeraden wurde sie von der Athletin auf Bahn sieben überholt, konnte ihr aber «anhängen» und kämpfte sich, ohne weiter an Terrain zu verlieren, ins Ziel. Mit 24.97s blieb Isabelle immerhin unter der 25 Sekunden Marke und belegte damit den 16. Rang.  

 


Abschied für Marina Müller

Es hatte sich bereits anfangs Jahr angedeutet, war im Verlauf der Saison immer deutlicher geworden und hat sich schliesslich bewahrheitet: Die Leichtathletik Saison 2026 ist Marinas letzte als aktive Leistungssportlerin gewesen...

Nachdem Marina die ersten zwei Monate des Wintertrainings 2025/2026 verletzungsfrei und körperlich topfit hatte bestreiten können, traten nach den ersten Dreisprung Techniktrainings im Januar die Probleme mit der Achillessehne/Wadenmuskulatur wieder auf. Marina konnte weder Trainingssprünge noch Wettkämpfe bestreiten, wollte aber dennoch an der Hallen SM in St. Gallen teilnehmen. Hier hatte sie mit SM Bronze (2023) und dem Schweizer Meistertitel (2024) ihre grössten Erfolge als Dreispringerin feiern dürfen. Das Resultat fiel jedoch ernüchternd aus und Marina musste erfahren, dass ohne eine optimale Vorbereitung und gesundheitlich angeschlagen nichts zu gewinnen ist.

Es ist der Erlenbacherin hoch anzurechnen, dass sie nach dieser Enttäuschung nicht aufgab und alles versuchte, um für die Sommersaison 2026 noch einmal in Form zu kommen. Nach dem Trainingslager Ende April schien sie auf gutem Weg zu sein und konnte fast ohne Beschwerden alles trainieren. Am Pfingstmeeting in Zofingen stieg sie mit 11.49m in die Saison ein und wollte danach bis zur SM im Letzigrund richtig Gas geben. Ihre Waden- und Achillessehnenprobleme hatte Marina in den Griff bekommen, aber nun wurde sie von einer schmerzhaften Entzündung der Plantarfaszie (Sehnenplatte in der Fusssohle) gestoppt. Die Schweizer Meisterschaft im Letzigrund blieb aber trotzdem ihr Ziel und Marina versuchte mit alternativen Trainingsformen und allen möglichen Therapieformen das Unmögliche möglich zu machen. Leider ohne Erfolg. Wettkampfnahes Dreispringen war mit grossen Schmerzen verbunden und zwei, drei Wochen vor der SM mussten die Athletin und ihre Trainer*in einsehen, dass alle Bemühungen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatten. So ganz stillschweigend durch die Hintertür’ wollte Marina nach 25 Jahren Leichtathletik aber nicht abtreten. Und so beschloss sie, am Sonntag, 26.07.2026, im Stadion Letzigrund, dort, wo sie 2009 als U16-Athletin ihre erste Aktiv-SM und vor vier Jahren ihre erste SM als Dreispringerin bestritten hatte, ihre Karriere zu beenden. Sie wollte noch ein letztes Mal Meisterschaftsatmosphäre geniessen, ohne Erwartungen und ohne Druck, irgendeine Leistung erbringen zu müssen, den Final der besten Acht zu erreichen oder gar eine Medaille zu gewinnen. Die pure Freude, noch einmal drei Sprünge im legendären Letzigrundstadion absolvieren zu können und sich vom Wettkampfsport verabschieden zu können, sollte im Vordergrund stehen. Würde dies gelingen?

Um 11:45 Uhr wurden dem Publikum die 14 Athletinnen vorgestellt. Zu den Zuschauern auf der Gegentribüne hatten sich auch zahlreiche Freund*innen gesellt, die Marina mit mehreren Transparenten und Sprechchören begrüssten und für eine tolle Stimmung sorgten. Dann galt es ernst. Marina durfte den Wettkampf eröffnen und stellte sich als erste Dreispringerin auf die Anlaufbahn. Um die Belastung möglichst gering zu halten, sprang sie nur aus kurzem Anlauf. Getragen von der lautstarken Unterstützung ihrer Fans, lief Marina an, Hop ... Step ... Jump! Der Sprung war gültig, das Publikum jubelte und auf der Anzeigetafel erschienen 10.82m.



Plötzlich spielte die Leistung keine Rolle mehr, das ganze Drumherum war so stimmungsvoll, einfach unglaublich! Für den zweiten Sprung nahm sich Marina vor, die 11m Marke noch zu knacken. Unter den Anfeuerungsrufen ihrer Anhänger lief sie entschlossen an, sprang etwas explosiver ab, konnte den Sprung durchziehen und landete bei ... 11.10m. Ziel erreicht und auf den Zuschauerrängen wurde begeistert applaudiert. Im dritten Versuch, ihrem allerletzten Dreisprung überhaupt, gelang keine Verbesserung mehr, doch auch die 10.97m wurden beklatscht und gefeiert. Aber damit war der Wettkampf für die LGKE-lerin beendet. Ein ganz spezieller Wettkampf mit einer Bestweite von 11.10m und dem 13. Schlussrang. Weil es Marina gelungen war, ihre letzte SM mit der richtigen Einstellung zu bestreiten, konnte sie ihren Auftritt im Letzigrund so richtig geniessen und wird ihn bestimmt für immer in bester Erinnerung behalten.

Ein ganz grosses Dankeschön geht an den «Fanclub», der so viel positive Energie verbreitete und Marina so stimmungsvoll begleitete, dass der Abschied für alle zu einem wunderschönen Erlebnis wurde!



 
 
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