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Mehrkampfmeeting Landquart 2024

25./26.05.2024, Mehrkampfmeeting Landquart

 

Mit Anna Huber und den Brüdern Tim und Nicolas Bebi traten drei Multi-Eventer der LG Küsnacht-Erlenbach zum ersten Höhepunkt der Saison 2024 an. Am letzten Mai Wochenende erlebten sie die Faszination Mehrkampf hautnah mit allen Überraschungen, Hochs und Tiefs, die dieses zweitägige Wettkampfspektakel zu bieten hat.

 

Tim Bebi, der jüngste der drei gemeldeten LGKE-ler, bestritt seinen ersten 6-Kampf bei den U16. Bereits um 10 Uhr ging es für ihn mit dem 100m Hürden Lauf los. Vor Wochenfrist hatte er mit 15.04s noch eine ausgezeichnete neue Bestleistung erreicht, doch dass Mehrkämpfe ihre eigenen Gesetze haben, musste Tim schmerzlich erfahren. Nach gutem Beginn touchierte er die zweitletzte Hürde, verlor das Gleichgewicht, stiess die letzte Hürde um und lief ins Ziel. Neben der bitteren Enttäuschung über das Ausscheiden traten nach dem Rennen Schmerzen an der Achillessehne auf, die so stark wurden, dass Tim seinen Wettkampf leider aufgeben musste.

 

Kurz vor der Mittagszeit startete Nicolas Bebi zu seinem ersten U18 Zehnkampf mit dem 100m Lauf. Bei überraschend guten Bedingungen (angenehme Temperaturen, Sonnenschein und Rückenwind) sprintete er in einer neuen Bestleistung von 12.00s ins Ziel. Ein optimaler Start! Dass Freude und Enttäuschung nahe beieinander liegen können, bekam Nicolas schon in der zweiten Disziplin, dem Diskuswerfen, zu spüren. Bei den  beiden ersten Würfen flog der Diskus ins Netz und beim dritten und letzten Versuch landete das 1.5kg schwere Gerät leider ausserhalb des Sektors! Keine Weite - keine Punkte! Doch Nicolas blieb keine Zeit, sich über die verpassten Punkte zu ärgern. Mit dem Stabhochsprung stand bereites die nächste Disziplin bevor. Und Nicolas bewies, dass er sich durch das Missgeschick beim Diskuswerfen nicht hatte aus dem Konzept bringen lassen. Den Stabhochsprung, die wohl schwierigste aller leichtathletischen Disziplinen, begann er mit einem geglückten Sprung über 2.30m. Auch 2.50m und 2.70m meisterte Nicolas im ersten Versuch. Für 2.90m brauchte er zwei Anläufe, bevor er an 3.10m dreimal scheiterte. Aber mit dieser Leistung, in seinem ersten Stabhochsprung Wettkampf überhaupt, durfte er bestimmt zufrieden sein. Leider gelang ihm das anschliessende Speerwerfen nicht ganz nach Wunsch. Mit 29.73m büsste er beinahe vier Meter auf seine Bestleistung ein, die er eine Woche zuvor in Zürich geworfen hatte. Zum Abschluss des ersten Tages steht für die Zehnkämpfer der 400er auf dem Programm. Noch nie zuvor hatte Nicolas einen Lauf über die volle Bahnrunde absolviert. Trotzdem startete er couragiert und teilte sich sein Rennen geschickt ein, sodass er in einem regelmässigen Tempo 400m durchziehen und sich über die gute Zeit von 55.36s freuen konnte.

Am Sonntagmorgen um 10:30 Uhr galt es, zehn Hürden möglichst schnell zu überlaufen. Und trotz eines harten ersten Tages in den Beinen gelang Nicolas ein guter Lauf. Um vier Hundertstelsekunden senkte er seine bisherige persönliche Bestzeit auf 16.36s. Start in den zweiten Tag geglückt! Im folgenden Weitsprung kämpfte der LGKE-ler mit dem Anlauf. Gleich im ersten Versuch erreichte er zwar solide 5.78m, allerdings war Nicolas deutlich hinter dem Balken abgesprungen und konnte diese Weite in den verbleibenden zwei Sprüngen leider nicht mehr verbessern. Das Kugelstossen gehört nicht zu den Stärken des U18 Athleten. Mit der 5kg schweren Kugel, mit welcher Nicolas seit diesem Jahr stossen muss, hatte er im Vorfeld dieses Zehnkampfs 9.40m erreicht. Mit 9.29m büsste er zwar nur 11cm auf seine Bestleistung ein, konnte aber auch keine Punkte gutmachen. Als zweitletzte Disziplin stand der Hochsprung - eine von Nicolas Stärken - auf dem Programm. Allerdings waren die Beine, nach kräfteraubenden eineinhalb Tagen Mehrkampf, wohl schon etwas leer und die lange Wartezeit nach dem Einspringen wirkte sich bestimmt auch nicht leistungsfördernd aus. Die Anfangshöhe von 1.61m übersprang Nicolas problemlos, doch bei 1.64m schien er sich vom immer stärker werdenden Gegenwind irritieren zu lassen. Dennoch schaffte er diese Höhe im dritten Versuch und 1.67m meisterte er wieder im ersten Anlauf. Doch bei 1.70m, eine Höhe, die ihm sonst keine Probleme bereitet, wollte es nicht mehr klappen. Die Latte fiel dreimal... Es zeugt von Nicolas Kampfgeist und seiner «gesunden» Einstellung, dass er nach dieser Enttäuschung noch zum 1500m Lauf antrat und seinen ersten Zehnkampf mit einer Zeit von 5.07.96s abschloss.

Die hart erkämpften 4574 Punkte reichten bei den U18 zum 24. Rang. Mit den vier Bestzeiten in den Laufdisziplinen sowie dem gelungenen Wettkampfdebüt im Stabhochsprung darf Nicolas wirklich zufrieden sein. In den Würfen und Sprüngen liegt noch viel Potential. Die Erfahrungen, die er in Landquart machen konnte, werden ihm in den nächsten Zehnkämpfen bestimmt zugute kommen und zu neuen Bestleistungen beitragen.

 

Mit wohl etwas zwiespältigen Gefühlen reiste Anna Huber nach Landquart. Einerseits freute sie sich auf den ersten Siebenkampf dieser noch jungen Saison, andererseits war da ein grosses Fragezeichen in Bezug auf das Speerwerfen. Seit dem Trainingslager in Tenero von Mitte April schmerzte der Ellbogen und verunmöglichte Wurftrainings. Verschiedene Massnahmen und Therapien hatten leider (noch) keinen Erfolg gezeigt. Würde sie überhaupt werfen können? Und wenn ja, wie weit? Doch die U23 Athletin fand einen Weg, mit dieser schwierigen Situation umzugehen und stellte sich hervorragend auf ihren Wettkampf ein.

Hochmotiviert trat sie am frühen Samstagnachmittag zur ersten Disziplin, dem 100m Hürdenlauf, an. Anna kam gut aus den Startblöcken, vermochte auf der zweiten Streckenhälfte noch Boden gut zu machen und stellte bei minimem Rückenwind (0.1m/s) in 14.26s eine neue Bestzeit auf! Start geglückt! Danach ging es zum Hochsprung, wo Anna, nach anfänglichen Unsicherheiten beim Einspringen, gut in den Wettkampf hineinfand und mit sauberen Sprüngen alle Höhen von 1.54m bis 1.66m sicher meisterte. Damit blieb sie nur einen Zentimeter unter ihrer Bestleistung, sprang aber einen Zentimeter höher als bei ihrem bisher besten Mehrkampf. Nach einer langen Pause wurde der Wettkampf um 17:00 fortgesetzt. Zum Glück beeinträchtigte der verletzte Ellbogen das Kugelstossen kaum und der Aufwärtstrend, der sich in den Vorbereitungsmeetings gezeigt hatte, hielt an. Denn gleich im ersten Versuch stiess Anna die 4kg Kugel auf die neue persönliche Bestleistung von 13.06m. Der erste Tag des Siebenkampfes wird jeweils mit dem 200m Lauf abgeschlossen. Gegen Abend hatte sich die Sonne leider verabschiedet, es blies ein empfindlich kühler Wind, aber glücklicherweise fiel kein Regen. Anna lief die ersten 50m entschlossen und druckvoll, fiel ab Mitte Kurve leicht zurück, konnte aber auf der Zielgeraden nochmals zusetzen und überquerte die Ziellinie in 25.45s. Die dritte persönliche Bestleistung an diesem ersten Tag war Tatsache. Und nach vier Disziplinen hatte Anna 3325 Punkte gesammelt, so viele wie noch nie zuvor!

Am Sonntagmorgen lachte die Sonne vom Himmel, als die Siebenkämpferinnen der Gruppe 19 um 10.45 Uhr zum Weitsprung antreten mussten. Hatte Anna in den letzten Jahren oft mit Knieproblemen zu kämpfen gehabt, konnte sie diesen Frühling beschwerdefrei trainieren, weshalb im Weitsprung eine Leistungssteigerung erwartet werden durfte. Der erste Versuch brachte mit 5.33m noch nicht die erhoffte Weite. Beim zweiten Versuch, mit idealem Rückenwind (1.3m/s) und aggressiveren letzten Schritten absolviert, traf Anna den Balken recht gut und landete bei 5.64m! So weit war sie noch nie gesprungen, weder in der Halle noch im Freien!

...und nun stand das Speerwerfen bevor! Mit getaptem Ellbogen begann Anna ihr Aufwärmprogramm, musste aber schon nach wenigen vorsichtigen Würfen einsehen, dass sich ihre Befürchtungen bewahrheiteten. An Speerwerfen war nicht zu denken! So absolvierte sie drei Versuche aus kurzem Anlauf, ohne wirklich am Speer zu ziehen. Hatte Anna vor einem Jahr an gleicher Stelle mit 38.17m eine tolle Bestweite geworfen, musste sie sich nun mit 28.55m begnügen. Es zeugt aber von Annas mentaler Stärke, dass sie das frustrierende Speerwerfen schnell abhaken konnte und im abschliessenden 800m Lauf nochmals alles gab! Von Beginn an in den Spitzenpositionen mitlaufend, beendete sie das klug eingeteilte Rennen mit einem langgezogenem Endspurt in 2.20.81s.

Mit fünf neuen Bestleistungen und einem Total von 5328 Punkten erkämpfte sich Anna das zweitbeste Resultat ihrer Karriere und belegte bei den Frauen den guten 7. Rang. Eine starke Leistung so früh in der Saison ... und natürlich darf noch ein bisschen gerechnet werden! Da Anna bei diesem Siebenkampf in sechs Disziplinen besser war als vor einem Jahr, kann davon ausgegangen werden, dass auch das Speerwerfen mit gesundem Ellbogen besser oder zumindest gleich gut herausgekommen wäre! Ersetzt man nun die 28.55m (449 Pt.) durch die vor einem Jahr geworfene Weite von 38.17m (632 Pt.), kommt man auf ... 5511 Punkte! Wow! Herzliche Gratulation!


 

26.05.2024, Nachwuchsmeeting Bern

 

Fünf Athlet*innen der LGKE nahmen am gut besetzten Nachwuchsmeeting in Bern teil und wussten vor allem in den Laufdisziplinen zu gefallen!

 

Cedric dal Balcon

Der U20 Athlet, der in den nächsten Wochen die Maturaprüfungen ablegen muss, bestritt zum ersten Mal in dieser Saison seine Spezialdisziplin. Über 400m Hürden lief Cedric von Anfang an ein beherztes Rennen und unterbot seine Bestleistung aus dem Vorjahr, gelaufen an den Schweizer Meisterschaften in Lausanne, um beinahe eine Sekunde. Mit 57.58s erfüllte er die Limite für die Schweizer Meisterschaft der Aktiven in Winterthur und belegt in der U20 Schweizer Bestenliste den fünften Rang!

 

Toren Hewitt-Fry

Der Langhürden Spezialist, der letztes Jahr so fulminant in die Saison gestartet war, muss sich dieses Jahr noch etwas in Geduld üben. Nach einer hartnäckigen Fussverletzung weist er noch einen Trainingsrückstand auf, weshalb von ihm noch keine Topzeiten erwartet werden können. In Bern trat Toren über 100m (11.89s) und 200m (23.85) an und blieb in beiden Disziplinen etwa eine halbe Sekunde über seiner Bestzeit. Immerhin, im Vergleich zu seiner 200m Zeit, die er vor einer Woche in Zürich gelaufen war, vermochte er sich bei leichtem Gegenwind um fast vier Zehntelsekunden zu steigern.

 

Alicia Courtin

Geduld braucht auch noch Alicia, die wie Cedric mitten in den Prüfungsvorbereitungen zur Matur steckt. Die U20 Athletin war während des Wintertrainings immer wieder durch Krankheiten und Verletzungen zurückgeworfen worden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es auf der Bahn noch nicht wunschgemäss läuft. Nach den beiden 300m Rennen von Kreuzlingen und Zürich startete Alicia zum ersten Mal über die volle Bahnrunde und wurde in 70.19s gestoppt. 

 

Alina Joho

Nachdem sie in Basel die 60 Sekunden zum ersten Mal hatte unterbieten können, doppelte Alina in Bern gleich nach. In guten 59.43s blieb sie erneut deutlich unter der Minutengrenze und verbesserte ihre Bestleistung um eine winzige Hundertstelsekunde! Vielleicht gelingt es ihr schon in den nächsten Rennen, die 59 Sekunden zu knacken und sich ebenfalls für die Schweizer Meisterschaft der Aktiven zu qualifizieren.

 

Jaël Sigrist

Die jüngste LGKE Athletin, die in Bern am Start war, bestritt neben dem Hochsprung auch noch den 100m Hürden- und den 200m Lauf. Nachdem sie es in Zürich beinahe geschafft hatte, die 100m Hürden im 3er Rhythmus zu laufen, war Jaël bestimmt mit dem Vorsatz nach Bern gereist, den «3er» diesmal durchzuziehen. Doch leider blies den Läuferinnen ein heftiger Gegenwind (-1.9m/s) ins Gesicht, sodass sie nie richtig ins Laufen kam, schon bei der Hälfte des Rennens auf den 4er Rhythmus wechseln musste und in 17.19s ins Ziel lief. Nach über dreistündiger Wartezeit ging es für die U18 Athletin mit dem Hochsprung weiter. Die Anfangshöhe von 1.45m überquerte Jaël im ersten Versuch, doch bereits bei 1.50m bekundete sie Mühe mit dem Anlaufrhythmus. Im zweiten Versuch schaffte sie diese Höhe zwar, scheiterte jedoch auf 1.55m dreimal. Zum Abschluss des Tages bestritt Jaël noch ihren ersten 200m Lauf. Und es schien, als packe sie ihren ganzen Frust über die zwei missglückten Disziplinen in dieses Rennen. Auf alle Fälle gelang ihr ein guter Lauf und mit 27.97s fand das Berner Meeting für sie einen versöhnlichen Abschluss.

 

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