Frühjahrsmeetings 2026
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Nach einem intensiven Wintertraining und dem traditionellen LGKE Trainingslager in Cervia (It) Ende April nutzen viele LGKE Athlet*Innen die ersten Frühjahrsmeetings für einen Formtest.
02.05.26, Willisau, Eröffnungsmeeting, Schlossfeld
Nachdem Siebenkämpferin Anna Huber wegen einer Wadenverletzung schweren Herzens auf den Vierkampf des Nationalkaders verzichten musste, stand Weitspringerin Andrea Müller als einzige LGKE Athletin in Willisau am Start. Ende Februar hatte Andrea entschieden, ihre Weitsprungtechnik zu ändern und vom Schritt- auf den Laufsprung umzustellen. Nachdem die Sprünge im Training schon ganz gut ausgesehen hatten, durfte man gespannt sein, ob sich diese Umstellung auch im Wettkampf bewähren würde. Bei optimalen äusseren Bedingungen konnte Andrea sechs Sprünge absolvieren und freute sich, dass die neu erlernte Technik auch aus vollem Anlauf schon erstaunlich gut funktionierte. Mit einer ausgeglichenen Serie und einer Bestweite von 5.39m (+ 1.1 m/s) durfte die Erlenbacherin mit ihrem Saisoneinstand zufrieden sein.
02.05.26, Zug, Eröffnungsmeeting, Herti Allmend
Traditionsgemäss findet neben dem Meeting in Willisau zum Saisonstart auch immer ein Wettkampf in Zug statt, bei welchem vier LGKE Nachwuchsathlet*innen ihre Form testeten. Nicolas Bebi (U20), Tim Bebi und David Relly (beide U18) traten im Weitsprung und über 300m an. Während Nicolas mit guten 6.35m (+ 1.0 m/s) seine Freiluftbestleistung aus dem Vorjahr egalisierte, blieben Tim (5.46m) und David (5.07m) noch etwas hinter ihrer letztjährigen Bestmarke zurück. Über 300m knackte Nicolas in starken 36.99s die 37 Sekunden Marke, aber auch Tim (37.60s) und David (39.72s) wussten zu überzeugen und lieferten tolle Zeiten ab. Neben den drei Jungs startete in Zug auch die U18 Athletin Laeticia Yapi in die Saison. Laeticia hat das Wintertraining nach einer Beinoperation im Oktober 2025 erst im März dieses Jahres aufnehmen können und weist daher noch einen Trainingsrückstand auf. Trotzdem wusste sie mit starken Sprintzeiten zu gefallen (8.74s über 60m, 20.71s über 150m) und übertraf mit der 3kg Kugel ihre Bestweite aus dem letzten Jahr um 36cm. Ihre neue Bestleistung steht nun bei 10.69m.
09.05.26, Basel, Old Boys Frühlingsmeeting, Schützenmatte
Fünf LGKE Athletinnen traten bei sonnigem, angenehm warmem Leichtathletikwetter auf der Basler Schützenmatte an. Isabelle Adel, die diese Saison auf Grund von Rücken- und Fussproblemen keinen Mehrkampf bestreiten, sondern sich auf Sprint und Hürden konzentrieren will, überzeugte über 100m Hürden und beim 150m Lauf. Bei leichtem Gegenwind von 0.6 m/s lief sie die kurze Hürdenstrecke in 14.56s und verpasste ihre persönliche Bestleistung nur um knapp 3/10 Sekunden. Vier Stunden später wurde zum selten gelaufenen 150m Lauf gestartet. Nach einem super Start lief Isabelle in der Kurve ausgezeichnete erste 60m und bog mit viel Speed auf die Zielgerade ein. Auch wenn sie ihr hohes Tempo (noch) nicht ganz durchziehen konnte, stellte sie mit 18.37s eine famose neue Bestzeit auf. Marie-Sophie Kübler und Ada Onyeali (U18) traten beide über 150m und 300m an. Marie-Sophie ging ihren 150m Lauf etwas zu verhalten an und verpasste in 20.25s ihre Bestzeit um 26/100 Sekunden. Dafür ging sie den 300m Lauf mutig an, lag nach 200m gut im Rennen, verlor aber auf den letzten 50m enorm viel Zeit, musste tüchtig «beissen» und kam in 44.66s ins Ziel. Ada lief beide Distanzen zum ersten Mal. Mit 21.29s über 150m und 45.66s über 300m gelangen ihr zwar gute Leistungen, aber ihr Respekt vor dem 300m Lauf war - verständlicherweise - wohl etwas zu gross gewesen und so verlor sie auf den ersten 200m viel Zeit. Mit etwas mehr Erfahrung und einem couragierten Lauf kann sie bestimmt schneller laufen. Andrea Müller absolvierte in Basel ihrem zweiten Weitsprung Wettkampf dieser Saison an. Bei unberechenbarem, ständig drehendem Wind war es kein einfacher Wettkampf. Aber Andrea traf bei vier von sechs Sprüngen den Balken, kam mit der Technik ganz gut zurecht und erreichte mit ihrem letzten Sprung 5.36m. Die U20 Athletin Jaël Sigrist bestritt den Hochsprung und den 300m Hürdenlauf. Obwohl sie seit der Hallen SM von Ende Februar kaum Hochsprung trainiert hatte, gelang ihr ein guter Wettkampf mit technisch sauberen Sprüngen. 1.45m überquerte Jaël im ersten, 1.50m im zweiten und 1.55m im dritten Versuch. 1.60m schaffte sie souverän im ersten Anlauf, aber 1.63m war diesmal noch zu hoch. Über 300m Hürden lief die Erlenbacherin 47.35s und blieb damit 9/100 Sekunden über ihrer Bestzeit. Im Ziel ärgerte sich Jaël ein bisschen, dass sie das Rennen nicht schneller angegangen war. Da hat sie bestimmt noch Reserven und man darf auf ihren ersten Auftritt über 400m Hürden gespannt sein.
09.05.26, Regensdorf, 1. Zürich Athletics Q-Wettkampf, Wiesacher
Am zweiten Maiwochenende standen die Nachwuchskategorien beim ersten von insgesamt vier Q-Wettkämpfen in Regensdorf im Einsatz. Die LGKE-Athlet*innen erzielten folgende Resultate:
U16 | Banu Olbrich | 80mH: 12,81s / Kugel 3kg: 7,19m / Speer 400g: 16,86 | |||
U18 | Ella Brüschweiler | 100m: 13,88s / 100mH: 16,17s und 15,69s | |||
U18 | Annina Maag | Speer: 32,03m | |||
U18 | Laeticia Yapi | 100mH: 16,31s / Hoch: 1,50m / Speer: 27,04m | |||
U16 | Mark Bebi | 100mH: 17.01s / Hoch: 1,38m / Kugel: 9,83m / Speer: 24,03m | |||
U18 | David Relly | 100m: 12,40s (pB) / Hoch: 1,62m (pB) | |||
U18 | Tim Bebi | 100m: 11,90s | |||
U20 | Nicolas Bebi | 110m Hü: 15,63s / Kugel: 10,25m / Speer: 33,96m |
14.05.26, Kreuzlingen, Auffahrtsmeeting, Burgerfeld
Trotz mehrheitlich unfreundlichem Leichtathletikwetter (kühl, windig, gelegentliche Regenschauer wechselten ab mit sonnigen Abschnitten) reisten 14 Athlet*innen der LGKE an den Bodensee. Für die einen war das Auffahrtsmeeting der Einstieg in die Leichtathletik Saison 2026, für die anderen galt es, die Erkenntnisse aus den ersten Meetings in bessere Resultate umzusetzen. Erfreulich, dass sich die jüngeren Athlet*innen von den teilweise garstigen Bedingungen nicht aus dem Konzept bringen liessen und Bestleistung an Bestleistung reihten.
Allen voran Banu Olbrich (U16), die gleich drei persönliche Rekordmarken setzte. Bereits um 10:15 Uhr wurde zum 80m Lauf gestartet. Zum Glück blies der kühle Wind von hinten, sodass die Athletinnen am frühen Morgen wenigsten von Rückenwind (1.8 m/s) profitieren konnten. Banu verbesserte ihre letztjährige Bestzeit um 2/100 Sekunden auf 10.70s. Noch stärker einzustufen ist jedoch ihre Zeit über 200m, wo sie mit 1.1 m/s Windunterstützung gute 27.05s erreichte. Vor einem Jahr war die LGKE-lerin an gleicher Stelle 4.27m weit gesprungen. Nun gelang ihr gleich im ersten Versuch eine Verbesserung um gut 20cm, sodass ihre neue Bestleistung nun bei 4.48m steht.
Zwei neue Bestmarken gab es auch für Laeticia Yapi, Saskia Metzenthin und Ada Onyeali, alle U18. Während Laeticia ihre Speerweite von Regensdorf (27.04m) um mehr als drei Meter auf 31.11m steigerte, gelang Saskia in ihrem ersten Wettkampf mit dem 500gr. schweren Gerät sogar ein Wurf auf 34.24m. Über 200m lieferten sich Laeticia, in der zweiten Serie laufend, und Ada, in der dritten Serie, ein Fernduell, welches Laeticia mit 28.27s (+ 1.5 m/s) gegenüber Adas 28.77s (+ 1.1 m/s) für sich entschied. Über 100m Hürden erwischte Saskia einen schlechten Start, kam jedoch ab der dritten Hürde immer besser in Fahrt und lief mit grossem Vorsprung in 15.30 (+ 0.3 m/s) ins Ziel. Über 100m verpasste Ada in 14.01s eine Zeit unter der 14 Sekunden Grenze nur um einen Wimpernschlag. Ebenfalls noch bei den U18 startberechtigt ist Ella Brüschweiler. Mit 15.68s lief sie über 100m Hürden fast genau gleich schnell wie in Regensdorf (15.69s). Nach gutem Start liess Ella auf den letzten 30m leider etwas nach und verpasste ihre Bestzeit um 5/100 Sekunden. Da bei ihrem Lauf der Rückenwind mit 2.2 m/s aber etwas zu stark geblasen hatte, findet diese Zeit keine Aufnahme in den Bestenlisten. Am späteren Nachmittag trat die Herrlibergerin zum ersten Mal zu einem 300m Lauf an. In der ersten Serie auf der eher ungünstigen Aussenbahn laufend, erreichte sie gute 44.84s. Wenn sie beim nächsten Mal ihr Rennen noch etwas mutiger angeht, liegt bestimmt eine deutlich bessere Zeit drin. In der zweiten Serie absolvierten auch Jaël Sigrist (U20) und die Aktive Marie-Sophie Kübler ihren 300m Lauf. Nach der Erfahrung von Basel, wo Jaël den 300m Hürdenlauf zu langsam angegangen war, startete sie nun entschlossener, lag von Anfang an in Führung, baute diese kontinuierlich aus und stellte mit 42.06s eine tolle Bestzeit auf. Vor zwei Jahren war sie 45.69s gelaufen. In Jaëls Schlepptau lief auch Marie-Sophie zu einer neuen Bestleistung. Ihre 43.86s machen bestimmt Mut für den ersten 400er, der am Pfingstsamstag auf dem Programm steht. In einem zähen Hochsprungwettkampf der Frauen, der U20 und der U18 mit 25 Teilnehmerinnen zeigte Jaël eine gute Leistung. Sie übersprang alle Höhen von 1.45m bis 1.57m im ersten Versuch, meisterte die 1.60m mit einem Supersprung im dritten Anlauf, bevor sie auf 1.63m dreimal scheiterte.
Weniger gut lief es für Isabelle Adel, Anna Huber (beide U23) und Annina Maag (U18). Beim Start zum 100m Lauf der Frauen, zuckte die Athletin neben Isabelle in der Fertigposition so stark, dass sie ein «Erstellen», eine Wiederholung des Startkommandos, erwartete. Der Starter liess die Sprinterinnen aber laufen, Isabelle blieb «sitzen» und konnte die verlorene Zeit natürlich nicht mehr aufholen. Bei optimalem Rückenwind von 1.7 m/s überquerte sie in 12.64s die Ziellinie. Eine erstaunlich gute Zeit mit diesem völlig verkorksten Start, aber der Ärger war verständlicherweise gross. Den 600gr. schweren Speer schleuderte Isabelle auf 34.70m und blieb damit knapp zwei Meter hinter ihrer Bestweite zurück. Nach drei Versuchen musste sie den Wettkampf aber wegen Rückenschmerzen aufgeben. Annina, die bei den U18 startet und deshalb mit dem 500gr. Speer wirft, war eine Woche zuvor in Regensdorf mit 32.03m ein solider Saisonstart geglückt. In Kreuzlingen kam sie aber nicht so recht auf Touren und musste sich mit 28.47m begnügen. Anna Huber hatte sich für ihren ersten Wettkampf der Saison die Disziplinen Kugel, Speer und 100m Hürden ausgesucht. Gesundheitlich angeschlagen, absolvierte sie sechs Versuche mit der 4kg Kugel, blieb jedoch mit 12.19m weit unter ihren Möglichkeiten. Als beim Speerwerfen die Kopfschmerzen immer stärker wurden, musste Anna den Wettkampf nach drei missglückten, absichtlich übertretenen Würfen abbrechen, auf den Hürdenlauf verzichten und die Heimreise antreten.
Bei den männlichen Nachwuchskategorien waren die Brüder Nicolas, Tim und Marc Bebi sowie David Relly am Start. Nicolas (U20) bestritt zehn Tage vor seinem Zehnkampf in Landquart den 100m Lauf, den Hochsprung und das Diskuswerfen. Über 100m verbesserte er bei 0.9 m/s Rückenwind seine Bestleistung um 7/100 Sekunden auf 11.88s und auch im Diskuswerfen gelang ihm eine neue Bestweite. Mit dem 1.75kg schweren Diskus erzielte er 32.04m und blieb damit nur etwas mehr als einen Meter unter der Weite, die er als U18 Athlet mit dem 1.5kg Diskus geworfen hatte. Im Hochsprung überquerte er die Höhen von 1.60m bis 1.76m souverän im ersten Versuch und schaffte im dritten Anlauf auch noch 1.79m. Auf 1.82m, ein Zentimeter unter seiner Bestleistung, scheiterte Nicolas zwar dreimal, aber er scheint für den Zehnkampf an Pfingsten bereit zu sein. Tim Bebi (U18) lief in Kreuzlingen den ersten 200m Lauf seiner Karriere. Nach eher verhaltenen ersten 100m gab er auf der Zielgeraden, unterstützt von 1.5 m/s Rückenwind, richtig Gas und lief in 24.07s ins Ziel. Etwas weniger gut lief es David Relly (U18) im Weitsprung. Bei äusserst schwierigen Bedingungen (starker, ständig drehender Wind) sprang er im ersten Versuch bei zu starkem Rückenwind von 2.4 m/s mit 5.24m nahe an seine Bestweite heran. Auch sein zweiter Sprung auf 4.97m kam mit ungültiger Windunterstützung (+ 3.4 m/s) zu Stande. Bei seinem einzigen gültigen Versuch auf 4.90m blies ihm dann ein Gegenwind von - 1.8 m/s ins Gesicht. Auch der U16 Athlet Mark Bebi hatte im Weitsprung zu kämpfen. Im mehrheitlich bei Gegenwind ausgetragenen Wettkampf vergab er am Absprungbalken viel Weite und musste sich mit 4.19m begnügen, über einen halben Meter unter seiner p.B. Besser lief es ihm im Diskuswerfen. Mark schleuderte die 1kg schwere Scheibe fast vier Meter weiter als letzte Saison und freute sich über 26.21 m.


